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Presse-Echo

 

 

 

 

 

 

Die Preisträger

2011

Nico Bleutge

Nico Bleutge wurde 1972 in München geboren. Er studierte von 1993-1998 Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine Rhetorik und Philosophie in Tübingen. Heute lebt er in Berlin.
 
Seit 2001 arbeitet er als freier Literaturkritiker unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung, den Tagesspiegel und die Stuttgarter Zeitung. 2009 wurde in der ORF-Reihe "Literatur als Radiokunst" das Stück "wasser. steine" gesendet. Er arbeitet an einer Dissertation über Robert Musil.
Seine Gedichte wurden in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht.
2006 debütierte er mit dem Gedichtband „klare Konturen“.
2008 folgte der Gedichtband "fallstreifen"

Zwei Gedichte aus: klare konturen (2006)

wolkiger himmel. am bildrand liegen äste aus

wolkiger himmel. am bildrand liegen äste aus

gestreckt über dem wasser, die langen finger

 

greifen weit hinaus und halten das meer

in der bucht. beim genauen hinsehen

 

ist der horizont nicht glatt, sondern fein

geriffelt, das licht kommt immer ein wenig zu früh

 

oder zu spät aus den wellen zurück, je nachdem

wie schnell sich die augen scharf stellen

 

sie laufen dem glanz hinterher, den ästen

reicht diese zeit völlig aus, sie bleiben weich

 

und fest in der haut, an den händen

schaukelt das wasser sich auf und der dunst

 

verwischt bald die konturen, die kleinen rillen

am rand des bildes, der fingerkuppen.

 

peilung

der blick steckt das feld ab sein schweifen
nimmt sich die zunge zum maß die greift ein
 
silbig sand auf und kreuz und blech und schild
um schild kratzt sie die namen zusammen

farbschichten blöcke strähnen von lehm
auf den gräbern verschmiert ...  unser vater
 
schütze seine trockene haut eine hölzerne
ziffer ... die hände der blick schmilzt langsam
 
kriechen die finger den stein entlang schleifen
und kränze rosen aus grobem vergilbtem 
 
stoff streicht die spuren ein licht fällt noch
senkrecht auf die granitfläche der staub hält
 
die namen verschlossen der mund sucht
was morsch ist feucht zu machen und still
 
löst haut sich vom gaumen die stimme 

Auszeichnungen

open mike der literaturWERKstatt Berlin (2001)
Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis des Literarischen März Darmstadt (2003)
Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg (2004)
Hermann-Lenz-Stipendium (2006)
Anna Seghers-Preis (2006)
Kranichsteiner Literatur-Förderpreis (2006)
Literaturpreis des Liechtensteinischen PEN (2006)
Aufenthaltsstipendium in der Villa Aurora (2008)

 

QUELLEN: lyrikline.org  / Wikipedia

 
   

2009

Jan Wagner

(geb.1971 in Hamburg, aufgewachsen im schleswig-holsteinischen Ahrensburg, Anglistik-Studium in Hamburg, am Trinity College Dublin,  Umzug nach Berlin, Magisterarbeit über angloirische Lyriker an der Humbold Universität lebt in Berlin)
Die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft ehrt mit Wagner einen vielseitigen Formkünstler und Verwandler lyrischer Traditionen, der auf unangestrengte Weise zu neuen Erfahrungen des Blicks, der Sprache und der rhythmischen Form einlädt und das Lesen von Gedichten zu einer Entdeckungsreise macht.

aus: Guerickes Sperling

Bukolisch
der hang im rücken, still und kühl, der wald
steht in der kathedrale seiner selbst.

und in der sonnenwiese zirpt es, surrt
das grüne uhrwerk unter nackten füßen.

am abend flattern sie, die flaggen
der fledermäuse über den reben. der weinberg
blickt dir mit seinen argusaugen nach.

Bei Dornbirn
im tal das leise rauschen, durch das
der schatten der seilbahn wie ein senkblei wandert.

die stumme sprache der dinge. die rinde am stamm.
der wald, der die geduld der arche hat.

hinter der biegung, am ende der klamm,
die brüllende weiße mähne des wasserfalls.

wer abends müde heimkehrt aus den bergen,
dem eilt der dunkle zwilling auf stelzen voraus.

Im Berlin-Verlag hat Jan Wagner drei Lyrikbände veröffentlicht:
Probebohrung im Himmel (2001), 
Guerickes Sperling (2004), 
Acht Pasteten (2007)
Zu Biografie und anderen Werken u.a. in Wikipedia.de, literaturport.de und v.a.m.