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Wilhelm-Lehmann-Matinee 26. April 2010 

Ein Haus für Lehmann

Von Sylvia Meisner-Zimmermann

Ein Kulturhaus, ein Räuchereimuseum und jetzt ein Lehmann-Haus - die Kassen der Stadt sind zwar leer, doch Ideen, wie man das nicht vorhandene Geld investieren könnte, gibt es genug. Mit sieben Punkten hat Prof. Dr. Uwe Pörksen aus Freiburg seiner Zuhörerschaft am Sonnabend bei der Wilhelm-Lehmann-Matinee (siehe Artikel rechts) im Ratssaal des Rathauses deutlich gemacht, warum "ein Haus für Lehmann" in Eckernförde sinnvoll sei. Nach langen Jahren der Vergessenheit sei Wilhelm Lehmann, Dichter und Lyriker der Fördestadt, nun zurück. Was 2002 mit seiner Wiederentdeckung begann, fand bereits zwei Jahre später eine vorzügliche Fortsetzung: 2004 wurde in Eckernförde die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft gegründet.

Seitdem geht es Schlag auf Schlag: Tagungen, Symposien, Besuch namhafter Literaten und Sprachwissenschaftler bei Lehmann-Veranstaltungen, der erste Literaturpreis, Veröffentlichung des Gesamtwerkes - Wilhelm Lehmann schlägt hohe Wellen und das weit über Schleswig-Holsteins Grenzen hinaus. Uwe Pörksen, Mitglied im Vorstand der Literaturgesellschaft, gab zu bedenken: An der Ostküste gebe es ganz offensichtlich eine Lücke. Im Westen und Süden sehe es dagegen völlig anders aus. Husum habe gleich zwei Storm-Häuser, Friedrich Hebbel habe "sein" Haus in Wesselburen, Ernst Barlach in Ratzeburg und die Mann-Brüder in Lübeck.

Obwohl Wilhelm Lehmann in den 45 Jahren zwischen 1923 und 1968 sein Hauptwerk in Eckernförde geschrieben habe, und die Güte seiner Arbeit in dieser Stadt gründe - "sein Schreibanlass liegt in dieser Stadt und Landschaft" - sei bis heute nicht einmal ein Hinweisschild an seinem Wohnhaus zu finden. Als Erzähler, Lyriker und in späterem Alter als Essayist habe er sich einen großen Namen gemacht. Ihm gebühre in "seiner" Stadt ein Ort, an dem man ihm "mit dem Spektrum seiner ganzen Person" begegnen könne, so Pörksen.

Zwei bis drei Räume? Ein ganzes Stockwerk? Vielleicht sogar ein ganzes Haus mit genügend Raum für Lehmanns gesamte Werkbiographie, mit Filmecke und mit Gesprächs -und Vorleseraum? Pörksen geriet ins Schwärmen. Sicherlich nicht allein, denn Hanns Zischler zum Beispiel habe bereits zugesagt, den gesamten "Provinzlärm" in einem solchen Hause vorzulesen - "für ein Glas Wasser, ein Mikro und einen Stuhl". Danach könne dieser Roman als Hörbuch erscheinen.

"Lehmann ist zurückgekehrt, und er braucht ein Haus," so Uwe Pörksen, "es liegt an Eckernförde, ob das zustande kommt."